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Time to change it 2009,

EMP (Markus Eck)

Eine Band im Glück: Neues Album und neues Plattenlabel auf der Habenseite und Letzteres veröffentlicht nun auch noch gleich den gesamten Backkatalog an allen bislang eingespielten Alben! Doch für Mind Odyssey lief bekanntlich nicht immer alles so glatt. Denn als diese Berliner vor beinahe zehn Jahren ihren bislang letzten Langspieler "Signs" veröffentlichten, sollten sie nachfolgend zu längerer kreativer Pause gezwungen sein. Nicht wenige Fans schmerzte das sehr, denn der intelligent ausgerichtete progressive Power Metal des stilistisch eigenständigen Trupps zählte damals neben einheimischen Perlen wie Jesters March beispielsweise zum Interessantesten, was die deutsche Szene hergab. Demnach ist der neue Albumtitel gleichzeitig auch programmatische Botschaft. Das aktuelle Material des auferstandenen Trios ist klassischer, melodischer Metal – atemberaubend kraftvoll gespielt, kreativ zeitlos und trotzdem nahe am musikalischen Nerv der Gegenwart. Die erfahrenen Musiker Mario Le Mole, Victor Smolski und Dan Uhden produzierten dieses Energiemanifest selbst, heraus kam ein enorm druckvoller und mächtig pumpender Sound. Im Jahr 2009 angekommen, präsentieren sich Mind Odyssey hier entschlossener denn je zuvor.


Metal2Metal (Pinhead)

MIND ODYSSEY sind zurück! 10 Jahre nach ihrem letzten Album “Signs“ steht nun endlich der Nachfolger in den Regalen. “Time To Change“, so der Name des Albums, stellt tatsächlich eine Änderung hinsichtlich MIND ODYSSEY dar. Und zwar in qualitativer Hinsicht. Natürlich waren die Alben “Signs“, “Keep It All Turning“ und das Überalbum “Nailed To The Shade“ schon sehr, sehr hochwertig, aber so legt “Time To Change“ noch mal einen drauf! Das liegt natürlich auch an den Qualitäten, welche die Musiker in den 10 Jahren dazugewinnen konnten. Schon alleine Victor Smolski konnte bei RAGE sein Können ausbauen und beweisen, und der Erfolg von RAGE gibt ihm Recht. Aber auch bei MIND ODYSSEY bringt die deutsch/russische Antwort auf Eddie Van Halen seine Fähigkeiten ein. Und das nicht zu knapp, die Gitarren und die Keyboards sind einfach nur cool und hören sich an wie aus einem Guss. Aber nicht nur Victor macht einen hervorragenden Job. Nein, natürlich ist Mario Le Mole der Herr der Stimmlage. Seine Stimme hört sich noch immer so klasse an wie auf den “alten“ Alben, allerdings singt der Gute heute noch eine Spur variabler und kann vielleicht auch die Stücke meistern, die vor 10 Jahren noch problematisch gewesen sind. Und, um das Trio abzurunden, wäre da noch Dan Uhden, der den Kessel souverän bedient und live garantiert auch eine Macht ist. Die Stücke sind allesamt im äußerst gelungenen Bereich einzuordnen. Angefangen mit dem coolen “Riding And Ruling“, über “I Want It All“ zu “Face In The Rain“ oder “Raven And Swan“ (was für ein Gitarrensolo!), dieses Trio rockt sich so höllisch heiß durch die 10 Stücke, als ob es keinen Morgen geben würde. Einfach geil! Die Hooklines sind megastark, die Breaks sehr gekonnt, Gitarrenfrickler kommen hier ebenfalls auf ihre Kosten. Sollte es weitere 10 Jahre brauchen, um solch ein Album einzuprügeln, diese Zeit würde ich der Band geben. Denn das Warten hat sich mehr als gelohnt, MIND ODYSSEY sind bereit endlich mal durchzustarten und die Szene mit ihrem technischen Metal aufzumischen. 9/10 Punkte


Blast Magazin (Markus Wosgien)

Mitte der Neunziger zählten Mind Odyssey zu den hoffnungsvollsten nationalen Newcomern des klassischen Metals und veröffentlichten vier starke Alben, die noch dieses Jahr von ihrem neuen Label Napalm Records re-released werden sollen. Durch Mind Odyssey betrat zudem erstmals Guitarero Victor Smolski die Metalbühne, welcher nach deren Auflösung Ende der Neunziger den Sound von Rage revolutionierte. Gemeinsam mit dem beiden Gründungsmitgliedern Mario Le Mole (Gesang & Bass) und Dan Uhden (Drums) hat Smolski Mind Odyssey nun reaktiviert und überrascht mit einem sehr experimentellen und durchaus modernem Power Metal Opus. Gezielt werden Samples eingesetzt um dem traditionellen Sound einen aktuellen Anstrich zu verpassen, was dem erfrischenden Sound zu Gute kommt. Rasch mausern sich Nummern wie der groovige Opener 'Riding And Rulin', das hymnische 'I Want It All' oder das progressive 'Face In The Rain' zu Ohrwürmern und untermauern dieses eindrucksvolle und gelungene Comeback.



Metal-Inside (Lars Knackstedt)

Na sieh mal einer an, MIND ODYSSEY gibt es noch. Eigentlich war die Berliner Truppe schon lange in Vergessenheit geraten, schließlich hatte man über 10 Jahre kaum etwas gehört, zudem war mit Victor Smolski das prominenteste Bandmitglied schwerstens mit RAGE beschäftigt. So überrascht das Comeback doch ein wenig, kann aber voll und ganz überzeugen. Besonders diejenigen, die derzeit mit RAGE nicht soviel anfangen können, könnten hier durchaus fündig werden. MIND ODYSSEY bieten ganz hervorragenden Progressive Power Metal, der modernen Prägung mit harten Riffs, wenig Gefrickel aber mit viel Melodie und Tiefgang. Dabei ist es immer noch, dass die Truppe absolut eigenständig klingt und sich kaum vergleiche mit anderen Bands anbieten, wenn man einmal von „Higher Ground“ ab, das nicht unwesentlich an SAVATAGE erinnert. Das prägendste Element von MIND ODYSSEY ist Sänger Mario Le Mole, der absolut unverwechselbar klingt und sowohl die rauere Gangart als auch die melodische Variante „Enemy Daggers“ (was für ein Refrain) beherrscht. Und der Rennen fahrende Gitarren Virtuose Smolski? Der präsentiert sich in Hochform und gefällt mir persönlich mit seinem Spiel hier wesentlich besser als bei RAGE. „Time To Change It“ ist eine starke Scheibe geworden, die einfach Spaß macht, rein hören!


Signs 1999,

EMP (Jürgen Tschamler)

Auf ihrem letzten Album waren die deutschen Prog-Metaller eine ganze Ecke härter. Auf Signs geht alles eine Ecke melodischer und geradliniger, aber weiterhin sehr eigenständig, solide und sehr gitarrenorientiert zu. Der Gesang hat sich dem dezenten Wandel angeglichen und klingt weicher, harmonischer was wiederum mit dem feinfühligen Gitarrenspiel harmoniert. Allerdings hat man mit "Born Bastards" eine Nummer parat, die unheimlich schnell und ziemlich heavy einschlägt und ohne weiteres aus einer Session zum Vorgänger Album stammen könnte. "Men of no return" kommt nicht ganz so schnell, drückt aber gewaltig - ebenfalls eine Brettnummer! Das anfangs angeprogte "Golden Age" entwickelt sich zu einer gediegenen Midtempo-Hymne, die trotz eines harten Riffs einen leichten kommerziellen Touch aufweist. Das ganze Album ist recht abwechslungsreich und weiß durchgehend zu gefallen. Ein äußerst hörenswertes Teil, dass man nicht so ohne weiteres in eine Schublade stecken kann, dass aber dennoch an den Bandroots festhält. Saubere Arbeit!


Nailed to the shade 1998,

Rockhard (Frank Trojan)

Es sollte schon wirklich mit dem Teufel zugehen, wenn es für die Berliner Combo MIND ODYSSEY diesmal nicht richtig im Karton rappelt. Mit ihrem mittlerweile dritten Werk wird den Jungs der Sprung aus dem Nischen-Dasein endgültig gelingen. Seit ihrem ersten Album "Keep It All Turning" halten die fünf Recken die deutsche Power Metal-Fahne treu und gradlinig hoch, und trotzdem gelang nie die Plazierung in den vordersten Chart-Positionen bzw. Ranglisten. Doch es hat sich viel getan in den letzten Monaten. Mastermind Mario Le Mole und seine Recken haben in den vergangenen Jahren mehrere Entwicklungsstufen locker übersprungen. So wirkt "Nailed To The Shade" vom ersten Ton an kompakter, reifer und abwechslungsreicher als seine Vorgänger, die jahrelange Erfahrung der Mannschaft scheint anno '98 also richtige Früchte zu tragen. Mit frischen, unverbrauchten Ideen peppen die Berliner ihre Songs zu Hymnen auf, die "Nailed To The Shade" schnell zu einem Klassealbum reifen lassen. Vom titelgebenden Opener über das Radio-kompatible 'Confide In You' bis hin zum zehnminütigen 'Memories' zeigen MIND ODYSSEY in gut 50 Minuten, wie Power Metal in den Spät-Achtzigern aussehen kann und soll (Hey Tröti, erste Sahne: Gehst du neuerdings mit H.G. Wells einen saufen? - mb). Kraftvoll, stilvoll und ideenreich findet die Band die Balance zwischen packenden Uptempo-Nummern, ruhigen Passagen und stimmigen Midtempo-Hymnen.
Ein absolutes Muß!


Schizophenia 1995,

Rockhard (Frank Trojan)

Wow, da meldet sich ein alter Bekannter aber mit Karacho zurück! Die Berliner Combo MIND ODYSSEY bringt fast zwei Jahre nach dem ordentlichen, aber erfolglosen Debüt 'Keep It All Turning' ein sattes Pfund auf die Waage. Songtechnisch und spielerisch wirken die Berliner reifer denn je, und das führt im Endeffekt zu einem bunten und guten Album. Neben schnellen Sachen wie dem Titeltrack (Judas Priest lassen freundlichst grüßen!), sind es vor allem die beiden Akustik-Nummern 'Emptiness Inside' und 'Silent Scream' bzw. Midtempo-Knaller wie 'Computer Madness' oder 'Robot Man', die das Herz höher schlagen lassen. Abgesehen davon haben die Jungs mit Sänger Mario Le Mole einen absoluten Glücksgriff getan, denn sowohl in tiefen wie auch hohen Tonlagen läßt sich der Gute in eine Reihe mit Vokalakrobaten wie Kiske oder Deris einordnen.


Keep it all turning 1993,

Rockhard (Frank Trojan)

Ohne großes Brimborium schmeißt Noise sein neuestes Signing auf den Markt. Aus den bewährten Händen von Producer Frank Bornemann kommt dieses sichere Chart-Futter für den japanischen Markt. Denn MIND ODYSSEY ist eine deutsche Combo, die zu ihren Wurzeln steht, und die wiederum stehen ja bekanntlich im Land der aufgehenden Sonne ganz besonders hoch im Kurs. Wenn es im Uptempo zur Sache geht, kommen dem unvoreingenommenen Zuhörer sogleich Nippon-kompatible Bands wie Helloween, Gamma Ray oder Heavens Gate ins Gedächtnis. Was MIND ODYSSEY dennoch sehr interessant macht, sind die sauberen Chorgesänge, die sittsam schönen Melodien (Oho! Tröti! Hast du etwa Hannelore Kohl als Schirmherrin für diese Plattenkritik gewinnen können? - Red.) und die eingeflochtenen Akustikparts. So sind in den Augen des Rezensenten auch die ruhigen Augenblicke wie 'Illusions' (superbe Halbballade) oder 'Keep It All Turning' (schönes Akustikstück) die eigentlichen Höhepunkte. Aber auch bei getragenen Stampfern wie 'Odyssey' oder Uptempo-Krachern wie 'Possessed By You' zeigt das Quartett Spürsinn für gutes Songmaterial. Gekonnt umgesetzt und professionell produziert, ist "Keep It All Turning" zweifellos ein Licht am dunklen Ende des Tunnels deutschstämmiger Metal-Stagnation (Huarch! - Red.). Ein durchaus gelungenes Debüt.


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